Mutter werden

Für 2021 habe ich mir ein Herzensprojekt vorgenommen: eine Portraitreihe über Mütter, über Mutterschaft, über das Muttwerden. Ich besuche Frauen in der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt ihres Kindes. Unter dem Titel "Ich werde Mutter" geht es hier weiter mit dem dritten Beitrag 2021.

Ein paar Worte über das Wochenbett...


Dem Wochenbett - der erste Zeit nach der Geburt - wird heute immer weniger Bedeutung zugemessen. Dabei ist es so eine wichtige Phase für Mutter und Kind. Es festigt die Bindung, es verschafft der Mutter körperliche und auch seelische Schonung. Es hilft dabei, sich in seiner neuen Rolle einzufinden ohne irgendwelchen Erwartungen entsprechen zu müssen.

In unserer schnelllebigen Welt haben das Umfeld der Familie aber vor allem auch die Frauen selbst häufig die Erwartung, möglichst bald nach der Geburt wieder "funktionieren" zu müssen. Gut ist, wer möglichst schnell wieder wie aus dem Ei gepellt mit Baby und Kleinkind die Einkäufe erledigt und in der Spielgruppe sitzt. Umso schöner ist es, wenn es Frauen auch heute noch schaffen, sich die Wochenbettzeit so zu nehmen, wie sie eigentlich gedacht ist. Achtsamkeit walten zu lassen dem eigenen Körper gegenüber, der gerade erst eine Meisterleistung vollbracht hat. In aller Ruhe und Gelassenheit das Bündel Leben kennen und verstehen lernen. Bedürfnisse befriedigen und auf die eigenen Bedürfnisse achten. Stressfrei eine Stillbeziehung aufbauen. Sich umsorgen lassen anstatt Besuche zu empfangen. Aus dem Hamsterrad aussteigen anstatt möglichst schnell wieder im Alltag mitzulaufen.

Ein klarer Vorteil, wenn man das Wochenbett achtsam verbringt: ganz viel Haut-an-Haut-Kontakt mit dem Baby. Im Schlafzimmer oder auf dem Sofa ist es warm, Kleidung ist somit überflüssig und das Baby genießt diese körperliche Nähe in vollen Zügen und kann so sanft in unserer Welt ankommen.

Verena und Valea

Oh du schönes Wochenbett